Karin Mathes will neue Grünen-Chefin werden
Vizepräsidentin der Bürgerschaft hat Kandidatur angemeldet
Von Wigbert Gerling Bremen. Bei den Grünen ist künftig eine weibliche Doppelspitze zu erwarten. Karin Mathes, Vizepräsidentin der Bürgerschaft, hat im Landesvorstand angekündigt, dass sie sich auf der kommenden Landesmitgliederversammlung in gut einer Woche um das Amt der Parteivorsitzenden bewirbt. Sie würde damit zur Nachfolgerin von André Heinemann, der vor rund 14 Tagen erklärt hatte, er stehe für weitere zwei Jahre nicht mehr zur Wahl, weil er sich seiner wissenschaftlichen Arbeit widmen wolle. Für den weiteren Platz an der grünen Landesspitze kandidiert Susan Mittrenga, die wiedergewählt werden möchte.
Mathes/Mittrenga - es gilt als sicher, dass dieses Tandem die Grünen in den nächsten zwei Jahren und damit auch im Bürgerschaftswahlkampf 2011 führen wird. Gewählt wird am Sonnabend, dem 14. November, im "Brillissimo" am Brill. Dort beginnt um 15 Uhr die entscheidende Landesmitgliederversammlung.
Nach den Regelungen bei den Grünen verträgt sich das Amt der Vizepräsidentin mit der Funktion an der Landesspitze. Eine Kollision mit der Satzung gäbe es, wenn der Fraktionsvorsitzende parallel auch Parteichef werden wollte.
Karin Mathes, Jahrgang 1955, stammt aus Kassel. Sie ist Diplom-Mathematikerin und hat auf dem wissenschaftlichen Feld der Ökologie promoviert und sich habilitiert. In den 80er Jahren kam sie an die Universität Bremen, wo sie in der Umweltforschung arbeitete.
Zugleich hat sich Karin Mathes in Bremen politisch engagiert. 1991 wurde sie Mitglied im Beirat Schwachhausen, zwei Jahre später wurde sie Beisitzerin im Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen. In die Bremische Bürgerschaft zog sie Mitte 1999 ein. Seit 2004 gehört sie dem Vorstand des Parlaments an.
"Ich möchte mit meiner Kandidatur dazu beitragen, dass die Grünen weiter einen starken und kompetenten Landesvorstand haben", erklärte Karin Mathes gestern mit Blick auf ihre Kandidatur für einen Sitz in der Landesspitze. Zu den thematischen Schwerpunkten - auch in der Vorausschau auf die Bürgerschaftswahl 2011 - zählt sie unter anderem die Umwelt- und Energiepolitik sowie den Verbraucherschutz.