Auf dem Weg zur Schule für alle
Grünen-Vorstand legt Antrag zur Schulentwicklung vor / Abstimmung am 29. September
Aus Sek-I-Zentren sollen Stadtteilschulen entwickelt werden, neue Gymnasien sind unerwünscht.
"Es gibt hier zu viele verschiedene Schulformen. Unter anderem deshalb wurden Bremens Schüler im nationalen und internationalen Vergleich abgehängt", erklärte die Landesvorsitzende der Bremer Grünen, Susan Mittrenga während einer gestrigen Pressekonferenz. Die Große Koalition habe einen Flickenteppich hinterlassen, jetzt müsse gehandelt werden.
Um die Schullandschaft für die kommenden Jahre verlässlich gestalten zu können, habe der Landesvorstand der Grünen einen Leitantrag für die Mitgliederversammlung am 29. September formuliert. Demnach seien besserer Unterricht, intensivere Förderung, insbesondere benachteiligter Kinder und Jugendlicher sowie mehr Integration erforderlich. "Ein Schul-TÜV, wie er bereits in Niedersachsen besteht, soll die pädagogische Arbeit in den Schulen unterstützen", so Mittrenga.
Wie die Sozialdemokraten plädieren die Grünen – zumindest zunächst – für ein Zwei-Säulen-Modell, bestehend aus Stadtteilschulen und Gymnasien.
Auf dem Weg zur Schule für alle, sollen zunächst Sek-I-Schulzentren zu Stadtteilschulen (bei der SPD Oberschulen) entwickelt werden. Gymnasial- und Sekundarschulzweige werden ineinander verschmolzen.
Grundschulen sollen ebenfalls in Richtung Stadtteilschulen von Klasse 1 bis 10 konzipiert werden. "Dabei setzen wir darauf, dass nichts von oben bestimmt wird, sondern viel aus den Schulen und Stadtteilen selbst kommt", erläutert die Grünen-Chefin.
Durchgängige Gymnasien seien ebenfalls vorgesehen, neue würden aber nicht gegründet. "Wir wären dumm, wenn wir den Elternwillen, immerhin 50% wählen Gymnasien an, nicht einbeziehen. Wir wollen aber das Abitur der Stadtteilschulen so attraktiv gestalten, dass es keine Gymnasien mehr geben muss."
Insgesamt dürfe die schulpolitische Diskussion nicht mehr ideologisch überlagert werden, erklärte Mittrenga.
Quelle: Von Annette Kemp
Weserreport am Mittwoch, den 17. September 2008
Mehr Informationen zur Mitgliederversammlung und dem Leitantrag gibt's hier