Kahlschlag im Morgengrauen
Die Kahlschlagkoalition hat am Wochenende zugeschlagen: 16 Linden entlang der Schwachhauser Heerstraße wurden gefällt. Bitter, dass CDU und SPD auf stur schalten und die heiß umkämpfte Straßenverbreiterung durchziehen- koste es was es wolle! Klimakatastrophe, massive Bürgerproteste und die Überschreitung der zulässigen Schadstoffgrenzen haben zu keinem Einsehen geführt. Die Bäume sind weg und Bremen verschleudert rund 5,5 Millionen Euro für das überdimensionierte Straßenprojekt, das insgesamt 25 Millionen Euro kostet. Da wirkt es wie der pure Hohn, wenn Bürgermeister Böhrnsen in einem Weser Kurier-Interview vom 14.Oktober 2006 ankündigt, er wolle lieber eine Straße weniger bauen, um mehr Geld für Soziales ausgeben zu können!
Bis zuletzt hatten Beiräte, Grüne und Bürgerinitiative sich für den Erhalt der Bäume eingesetzt. Sie stellten sich den Baumfällern in den Weg und wurden bei einem rüden Polizeieinsatz beiseite gedrängt, ein grüner Mitarbeiter landete kurzfristig in einer Zelle. Bürgerengagement wird von der großen Koalition eben nur dann geschätzt, wenn die vertretene Position genehm ist. Abweichende Meinungen werden von CDU und SPD als störend empfunden. Da werden die unliebsamen BürgerInnen ausgetrickst, indem man nicht informiert und mit der Säge Fakten schafft. So fördert die große Koalition Politikverdrossenheit, nicht dringend notwendiges Bürgerengagement.
In der letzten Woche haben die Grünen in der Schwachhauser Heerstraße begleitet von vielen positiven Kommentaren von Passanten Plakate an den Linden aufgehängt: "Besser die große Koalition absägen" lautete der Spruch, der die gefällten Linden zierte. Das Foto zeigt die beiden grünen Bürgerschaftsabgeordneten Karin Mathes und Karin Krusche beim Plakataufhängen. Auch nach der Baumfällaktion gilt: Wählt die Kahlschlagkoalition von SPD und CDU ab, bevor sie weiteren Schaden anrichten kann.